Nicht ohne uns,
Nicht über uns,
Wir sind mittendrin

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Wichtige Ankündigung:

News:

Taube in Palästina und Israel

Kulturabend

Meyad Sarsour-Ndaye

Mein Leben in 2 verschiedene Länder Palästina und Israel

4 Generationen arbeiten ehrenamtlich für die Vereine für die Gehörlosen und auch

die Erzählung über die 83 jährige taube Kämpferin usw.

Freitag , 24.11.2017

Einlass: 18:00 Uhr

Beginn: 18:30 Uhr

Ende ca.: 20:30 Uhr

Uni Köln

Hörsaal 162 (Raum 213 / EG / 0.14)

Frangenheimstr.4,    50931 Köln

BILDUNGSREISE NACH BRÜSSEL

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Am Mittwoch, d. 18. Oktober trafen 24 Teilnehmer – einer musste leider wegen Krankheit kurzfristig absagen, aber wir sind sicher, dass seine Frau ihm alles detailgetreu berichtet hat 🙂 – in der Früh am Kölner Hbf ein und traten die Reise nach Brüssel an. Die Ankunft in Brüssel war pünktlich und wir gingen sofort zu unserem Designerhotel.

Nach dem Verteilen der Hotelzimmer ging es in Richtung EU-Parlament, wo wir von einem Mitglied der europäischen Abgeordneten (= MEP), Axel Voss (https://www.axel-voss-europa.de), empfangen wurden.

Eine knappe Stunde erörterte er seine Arbeit im Parlament. Er gab zu, dass er eine solche Gruppe wie wir als Gebärdensprachgemeinschaft zum ersten Mal erlebte und so ließ er sich gerne von uns die Bedeutung der Gebärdensprachgemeinschaft mitsamt Sprache und Kultur vermitteln.

Herr Voss versprach, unsere Anliegen und Probleme ernst zu nehmen und mit seinem Mitarbeiterstab vertieft auszutauschen – so unter anderem mit Helga Stevens (http://www.europarl.europa.eu/meps/de/125105/HELGA_STEVENS_home.html) weiter über die Belange der Gebärdensprachgemeinschaft intensivieren.

Nach dem Treffen mit Axel Voss durften wir einen Blick ins EU Parlament werfen. Insofern konnten wir vieles die über Hintergründe der Abläufe, der Kommunikation, der Sitzordnung etc. des EU Parlaments erfahren.

Der nächste Punkt im Programm führte uns zum Informationszentrum „Parlamentarium“ im Willy-Brandt Gebäude, dort erfuhren wir die Zeitgeschichte des EU. Mithilfe der Multimedia-Guides enthaltendes Videos in Gebärdensprache konnten wir barrierefrei die volle Information über die EU Zeitgeschichte verfolgen.

Anschließend teilte sich die Gruppe auf, einige gingen zum Hotel, man konnte im Park flanieren oder auch einige Sehenswürdigkeiten von Brüssel aufsuchen.

Donnerstag, d. 19. Oktober ging es zuerst zum EUD Büro (http://www.eud.eu) und trafen dort die Mitarbeiter und den Geschäftsführer, Mark Wheatley.

Statt eine Stunde verbrachten wir dort überraschenderweise über 2 Stunden, tauschten viele Themen zu Situationen der Gebärdensprachgemeinschaft (Barrierefrei in Deutschland, Definition unserer Bezeichnung, Verbandspolitische Arbeit zwischen D und EUD, Zukunftsperspektive etc.) aus.

Anschließend führte unser Weg uns in Richtung EU Commission Gebäude, wo dort der Vorsitz, Jean-Claude Juncker, tätig ist. Nach kurzer Mittagspause spazierten wir über den Leopoldpark wieder zum Informationszentrum „Parlamentarium“, wo wir bereits von MEP, Helga Stevens, erwartet wurden. Trotz der turbulenten Arbeitszeit stand Helga Stevens uns für eine Stunde zur Verfügung. Sie berichtete uns kurz, dass sie sich am Vormittag mit Axel Voss getroffen hatte wobei er von unserem gestrigen Besuch berichtete; wir waren beeindruckt, dass Herr Voss unser Anliegen und Probleme ernst genommen hatte und sich bereit erklärte, mit Helga Stevens auszutauschen. Schließlich verfolgten wir ihren Bericht über die momentanen Streitigkeiten zwischen Spanien und Katalonien, und konnten es auch viel besser nachvollziehen, da sie als EU Abgesandte in Barcelona so einiges beobachten konnte. Helga Stevens berichtete auch von ihren Schwierigkeiten darum zu kämpfen, die Finanzierung für die Kosten der Dolmetscher in Gebärdensprache sicherzustellen im Vergleich zu anderen EU Politikern mit ihrer jeweiligen Landessprache. Schlussendlich kann man es auch so formulieren, dass wir als Gebärdensprachler immer noch stiefmütterlich behandelt werden, wenn es um unsere Sprache mitsamt ihren Rechten geht.

Nach dem Treffen mit Helga Stevens nutzte jeder Teilnehmer die Zeit bis zum Abendessen zur freien Verfügung. Einige fuhren sofort zum Atomium, andere bummelten einfach durch Brüssel. Gegen 18:30 Uhr trafen wir uns alle im Restaurant „Le Bistro“ gemeinsam zum Abendessen, dieses wurde vom VGKU komplett übernommen und wir haben an diesem Abend wunderbar gespeist, getrunken, viel unterhalten und viel gelacht, die Stimmung im Restaurant ist kaum zu übersehen.

Am Freitagmorgen , d. 20. Oktober sollten wir am Rathaus von Brüssel mit unserer tauben Stadtführerin zusammentreffen, leider kam sie nicht zum vereinbarten Termin; trotz Mühe des Informationsbüros konnte kein Kontakt hergestellt werden. Nach Diskussionen innerhalb Gruppe beschlossen wir, dass wir in eigenhändiger Regie für die Stadtbesichtigung sorgen. So flanierten wir gemütlich durch die Altstadt, besuchten viele typische belgische Choccolate – Shops, Käsegeschäfte mit ihren Delikatessen, begutachteten die historische Kirche und schließlich auch die berühmte Comicgeschichte von „Tim und Struppi“.

Abschließend nahmen wir ausgiebig unser Mittagessen ein und traten nachmittags die Heimreise an.

Fazit: viele Teilnehmer waren sehr begeistert von der Organisation und des Programmablaufs. Trotz des großen Altersunterschieds erwies sich die Gruppenkonstellation von ca. 30 bis 90 (!) Jahren als hervorragend zusammen. Vielstimmig wurde an den VGKU die Bitte gerichtet, mal wieder eine Bildungsreise zu organisieren.

2. FEUER FREI VOM 6. OKT. 2017 „WANDEL DER GESELLSCHAFT – QUO VADIS FÜR GL-VERBÄNDE UND VEREINE?“

Feuer frei am 06.10. 2017

nun war es wieder soweit und unsere zweite Diskussionsrunde in diesem Jahr konnte beginnen. Schon im Vorfeld hatte Jan Eichler, der Moderator uns alle mithilfe von Videos spannend eingestimmt; kein Wunder, dass er vor einem überaus gespannten und erwartungsvollem Publikum begrüßen durfte. Schätzungsweise 50 Personen waren gekommen um mit ihm über den Wandel der Gesellschaft – Quo Vadis – zu diskutieren. Wie sieht die Zukunft der Gehörlosenverbände und -vereine aus, dies war die Hauptfrage des heutigen Abends.

Mit dem Moderator diskutierten auf der Bühne Martin Domke, Ehrenvorsitzender des Landesverbandes der Gehörlosen in Sachsen, Martin Magiera, der Vorsitzende des Landesverbandes der Gehörlosen NRW und Daniel Büter vom Deutschen Gehörlosen Bund, der dort das Amt des Referenten für politische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit innehat. Und natürlich durfte auch wieder ein Gast aus dem Publikum nicht fehlen. Zu aller Überraschung meldete sich Marian Duran, eine Spanierin, die gerade auf Deutschlandbesuch war und gebärdete äußerst temperamentvoll in ISL.

Gleich zu Beginn entführte Jan Eichler das interessierte Publikum zu einer Reise um die Welt; wie sieht es mit den Gehörlosen im Vereinsleben in Südamerika, Sydney, Auckland und Asien aus? Die Antworten waren allesamt äußerst ernüchternd: In Südamerika gab/gibt es keine Vereine, und in Sydney treffen sich Gehörlose Freitagabends im Pub. Auckland weist als einzige Großstadt in Neuseeland Gehörlosenschulen, -vereine und -verbände auf. Der Rest im Land ist gleich Null. Und das, obwohl die Gebärdensprache in Neuseeland als Amtssprache anerkannt ist!

Sogar in China beschränken sich die sozialen Kontakte unter Tauben auf private Treffen, es existiert noch nicht mal ein Clubheim. Einhelliger Tenor unter dem Publikum: wer hätte das gedacht?

Wobei natürlich auch nicht unerwähnt bleiben darf, dass die sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter dort schon genutzt werden.

Verdeutlicht wurde das aktuelle Thema aber auch durch Einblendung alter Bilder aus Gehörlosenvereinen: dort war „die Bude stets voll“. Selbstverständlich muss hierbei auch berücksichtigt werden, dass es damals weder Schreibtelefon, Handy, o.ä. gegeben hat; wie sonst sollte man die neuesten Informationen austauschen, bzw. weitergeben? Jedoch zählte vor allem auch der gute Wille zum Wiedersehen und Gemeinsamkeit. In der heutigen Zeit, wo alle Infos über sämtliche sozialen Netzwerke laufen, ist es ja auch Komfort geworden, einfach zu Hause sitzenzubleiben, anstatt wegzufahren und andere zu treffen.

Martin Domke berichtete, dass vor dem Mauerfall sämtliche Gehörlose bereit waren, Ehrenämter zu übernehmen, es herrschte stets reges Treiben in der Vereinsarbeit. Sogar eine „Zwangsheirat“ mussten sie über sich ergehen lassen, so nannte er es, als Schwerhörige mit in die Vereine eintraten. Die Gehörlosen wollten lieber unter sich sein.

Die nächste Filmeinblendung zeigte eine Umfrage unter gehörlosen Menschen an. wieviele sind der Meinung, ob die Vereine und Verbände keine Zukunft haben? Hier die Antworten:

Ja: 95

Nein: 63

Weiß nicht: 62

Auf die Feststellung des Moderators, wie man diese negative Entwicklung stoppen und den Entwicklungstrend der heutigen Zeit anpassen könnte, schlug Martin Dome unter anderem vor, das Gehörlosengeld als Vereinsbeitrag zu nehmen; Martin Magiera ist der Meinung, niemals aufgeben, um Mitglieder zu werben. Dazu wurde auch Ludwig Herb vom EUD im Interview eingeblendet; er betonte, wie wichtig die ehrenamtliche Tätigkeiten seien und ohne geht es nicht. Er möchte durch seine Arbeit in der EUD ( European Union of the Deaf) Erfahrungen holen und dann in Deutschland umsetzen.

Aus den USA kamen Marsha Wetzel und Pinky Gehrcke zu Wort, das dort sehr viel über soziale Netzwerke kommuniziert und persönlich weniger gesehen wird; Pinky sagte, hier in Deutschland wäre das noch anders und so auch viel schöner. Marian Duran berichtete unterdessen, dass es in Spanien ähnlich zuginge wie hierzulande bei uns. Auch dort schrumpfen die Mitgliederzahlen und es ist schwer, sich dann auf politischer Ebene durchzusetzen.

Martin Magiera appellierte an das Verantwortungsbewusstsein: Wer kämpft dann noch für uns Taube in NRW, wenn die Mitglieder und Ehrenamtler immer weniger werden? Wie kann der Landesverband die Flut an Arbeit und Unterstützung aller noch bewältigen?

Daniel Büter vom DGB konnte mit der Thematik nicht so richtig umgehen und bot an, wer Ideen zur Veränderung habe, solle sie doch bitte dem DGB übermitteln. Derjenige würde dann auch angehört.

Ein weiteres Interview wurde angezeigt, dort sprach Ilja Khenkine gewiss im Sinne von vielen jungen Tauben, als er sagte, Mitglied in einem Verein zu sein ist nicht mehr zeitgemäß, an zuviel Erwartungshaltung und Druck gebunden und wenig kooperativ. Ihm ist es lieber, ein gemeinsames Projekt anzusteuern, es erfolgreich durchzuführen und dann unverbindlich wieder jeder seiner Wege zu gehen. Unter vereinzeltem Beifall aus dem Publikum erwiderte Jan Eichler, wenn wir uns der Jugend anpassen, mit der Zeit gehen, profitieren doch beide Seiten auch vom Erfolg!

Der DGB vertritt seit 1979 die Ansicht, dass 80.000 Gehörlose in Deutschland leben. Merkwürdigerweise ändert sich diese Zahl nicht. Tatsächlich gibt es zuverlässige Statistiken, die besagen, dass es mittlerweile 500.000 „Gebärdensprachler“ gibt. Diese Tatsache mutet schon seltsam an.

Daniel Büter berichtet unterdessen, dass der DGB sehr wohl seine Strukturen bereits geändert habe und sie auch auf dem besten Wege sind, sich zu verändern, indem man mit der EUD zusammenarbeitet und auch Kommunikation stets gewährleisten kann zwischen dem DGB und einzelnen Landesverbänden. Jan Eichler wirft jedoch ein, dass der Deutsche Gehörlosenbund als unser aller Dachverband weder eine längerfristige Planung, noch die notwendigen Ressourcen vorweisen kann, um auch in Zukunft als solcher weiter bestehen zu können.

Als finalen Abschluss durften die Zuschauer ihre Fragen an die Diskussionsteilnehmer stellen. Hierbei kam jedoch fast einhellig die Meinung heraus, dass der DGB noch gewaltig an sich arbeiten müsse, wenn er weiter unser aller Vertreter zu bleiben. Die jugendlichen Zuschauer bemängelten die fehlende Präsenz in sozialen Netzwerken sowie eine transparente Öffentlichkeitsarbeit.

An dieser Stelle bedanken wir uns nochmals für einen interessanten, manchmal auch impulsiven und überaus unterhaltsamen Diskussionsabend und laden jetzt schon ein zur nächsten Feuer frei Runde am 20. April 2018 mit dem vielversprechenden Thema

 „Was ist die richtige Bezeichnung für uns? Gebärdensprachgemeinschaft oder Gehörlos/Schwerhörig/Hörbehindert/Hörgeschädigt? Wie und worüber definieren wir uns?

Hier nun zum Video:

KULTURFRÜHSTÜCK VOM 8. OKTOBER 2017

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Unser beliebter Klassiker, das Kulturfrühstück, konnte am 08.10.2017 sage und schreibe 24 Gäste begrüßen. Das Event war sozusagen ausverkauft, drei weitere Leute von der Warteliste konnten leider nicht mehr berücksichtigt werden.

Das wunderbar anzuschauende Frühstücksbüffet war wahrhaftig ein Augenschmaus und ließ keine Wünsche offen.

Ingo Langlotz, der gebürtige Kölner, lebt und arbeitet mittlerweile in Oberbayern. Er entführte die Gäste im wahrsten Sinne des Wortes durch seine faszinierenden Bilder, Filme und mitreißenden Erzählungen, so dass alle das Gefühl bekamen, wirklich dabeigewesen zu sein.

Er berichtete von seiner insgesamt 6wöchigen Reise im Jahr 2014, die mit einer Woche in Raja Ampat begann. Auf einer Fläche von 46.000 Quadratkilometern liegt das Meeresgebiet von Raja Ampat, den „Vier Königen“ West Papuas.

Seine Lage zwischen Pazifischem und Indischem Ozean beschert den dortigen Riffen eine der größten Biosphären der Welt, mit einem einmaligem Artenreichtum unter Wasser. Ingos Bilder vomTauchen waren schlicht und einfach unglaublich!

Seit Februar 2013 ist Raja Ampat ein offiziell anerkanntes Hai- und Mantaschutzgebiet, das erste seiner Art in Indonesien und im gesamten Gebiet des „Coral Triangle“.

Danach verbrachte er 3 1/2 Wochen in West Papua, der zweitgrößten Insel der Welt, die 274 Sprachen vorweisen kann! Ingo erlebte während seiner Reise auch jede Menge Abenteuer, so traf er unter anderem auch die Korowai – die Kannibalen von West Neuguinea – die in Baumhäusern leben; wahrhaftig eine Aufeinanderteffen mit Herzklopfen!

Schließlich urlaubte Ingo auf Sumatra und hatte dort eine Begegnung mit einem Orang – Utan, dem zweitgrößten Affen auf der Erde.

Sumatra ist die Heimat von Orang-Utans, Elefanten und Tigern, bietet atemberaubende Natur und Völker mit unschätzbarem Kulturreichtum

Daran, dass das Frühstück sich bis 14:40h hinzog, wo es sonst um 13:00 enden sollte, sieht man, welch gelungener Vortrag er gehalten hat.

An dieser Stelle nochmals vielen herzlichen Dank und du bist jederzeit willkommen, um von deinen Abenteuern zu berichten!

KÖLNER KOFO – WORKSHOP MIT DR. ROBERT ADAM AM 18. NOV. 2017 – THEMA: „GEBÄRDENSPRACHE“

Einen Tag nach dem Kulturabend findet am Samstag, d. 18. November 2017 von 10 bis ca. 16 Uhr im Bürgerhaus Kalk – Tagungsraum I (Etage links) ein Workshop mit dem Thema: Gebärdensprache.

Dieser Workshop widmet sich der Gebärdensprachlinguistik und basiert auf der Diskussion aktueller Forschungsergebnisse zu Gebärdensprachen. Teilnehmende erhalten die Möglichkeit, diese wissenschaftlichen Erkenntnisse auf ihre praktische Arbeit als Gebärdensprachlehrernde, Dolmetschende etc. zu übertragen.

Insebsondere die Phonologie der Gebärdensprache (wie eine Gebärde gebildet wird) und die Morphologie (wie bedeutungstragende Einheiten einer Gebärdensprache zu einer neuen Gebärde kombiniert werden) werden während dieses Workshops fokussiert.

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