Allgemeine Infos

Dortmund (lwl).Der Umgang mit Wissen ist der Schlüsselmoderner Gesellschaften. Aber wie können wir unterscheiden, was wahr ist und was falsch? Macht uns die digitale Welt zum gläsernen Menschen? Und wem gehört eigentlich das Wissen? Um diese Fragen kreist die Ausstellung „Alles nur geklaut? Die abenteuerlichen Wege des Wissens“, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bis 13. Oktober in seinem Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund zeigt.

Für gehörlose Menschen gibt es spezielle Angebote. So eröffnet ein Mediaguide den Blick für Details, Wissenswertes über Verborgenes. Zwölf Objekte werden in Gebärdensprach-Videos informativ und unterhaltsam vorgestellt. Der Guide kann kostenlos im offenen WLAN des Museums auf das eigene Smartphone heruntergeladen oder auf Tablets ausgeliehen werden.

Wer den Wissensaustausch liebt, kommt bei einer speziellen Führung in Deutscher Gebärdensprache (DGS) auf seine Kosten. Der rund 1,5-stündige Rundgang ist für maximal 8 gehörlose Teilnehmer konzipiert und kostet 50 Euro für die Gruppe plus Eintritt (Erwachsene 8, ermäßigt 6 Euro). Die nächste kostenlose Führung für Einzelpersonen in DGS wird am Samstag,18. Mai, um 14.30 Uhr angeboten. Anmeldung erwünscht unter Tel. 0231 6961-220.

Bildzeile: Der gehörlose Ingenieur Reiner Miebach begleitet den Ausstellungs-Rundgang in Gebärdensprache. Foto: LWL/ Hudemann

Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

Oder kontaktiert ihr bitte über dem LWL:

Irina Lampe
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
LWL-Inklusionsamt Soziale Teilhabe
Warendorfer Straße 26-28
48133 Münster
Tel.: 0251 591-5644 /-5958
Fax: 0251 591-6725
eMail: irina.lampe@lwl.org

Am 12. April 2019 um 18:55 Uhr war es wieder soweit und Jan Eichler konnte in seiner Funktion als Moderator unser bekanntes „Feuer frei“ eröffnen. Das zahlreiche Publikum begrüßte unter anderem als Podiumsgäste den Mitbegründer der Deutschen Gehörlosen Jugend Stefan Goldschmidt aus Hamburg, Kevin Rohwedder aus Siegen als Vertreter unserer heutigen Jugend, sowie den Kölner Andreas Gaudzinski. Natürlich durfte auch ein Publikumsgast nicht fehlen und unter dem Applaus der Anwesenden nahm Patrick Bauer auf dem Podium Platz.

Um das Thema „unsere Jungend – noch gesellschaftsfähig?“ entbrannte sich eine mitunter recht interessante Diskussion, die auch deutlich machte, dass beide Seiten – Alt und Jung – gleichermaßen dazu beitragen müssen, unsere jungen Leute auf ihrem Weg in die Zukunft zu unterstützen. Laut Kevin Rohwedder ist mit dieser Unterstützung aber kein oberlehrerhaftes Verhalten seitens der Vereine und Verbände gemeint, sondern ein aufmunterndes „Kommt und mach mit“. Unsere Jugend möchte mit ihren Vorstellungen und Vorschlägen ernst genommen werden, ein konstruktiver Austausch wird ausdrücklich gewünscht.

Anhand verschiedener Einspielfilmen – unter anderem von den Vorständen der Deutschen Gehörlosen Sport Jugend und der Deutschen Gehörlosen Jugend wurde deutlich, dass Projekte sehr zum Mitmachen animieren, mehr noch, als eine längerfristige Verbandarbeit. Ein Projekt ist zeitlich befristet, hat ein Ziel vorzuweisen, macht Lust auf Kennenlernen mit anderen Leuten und überrascht mit einem positiven Endergebnis. Wie kann man also Verbandarbeit für die jungen Leute attraktiver gestalten?

Stefan Goldschmidt erläuterte, dass in der heutigen sozialen Medienwelt viel dazu beiträgt, dass Kommunikation nicht mehr im empathischen sozialen Miteinander stattfindet. Hier stimmt Kevin Rohwedder zu, als er meint, dass alles stets kritisch begleitet wird und man direkt Häme und teilweise üblen Spott erntet, wenn man sich für etwas öffentlich interessiert, bzw. stark macht; dies ist natürlich demotivierend und man verliert die Lust, für eine Sache sich zu begeistern, bzw. geradezustehen, wenn man eh nur „blöd angemacht“ wird.

Erschreckend waren die rückläufigen Mitgliederzahlen der Sportverbände in Deutschland, die uns von Jan Eichler präsentiert wurden. Hier nochmal die Frage, warum unsere junge Gebärdensprachgemeinschaft nicht willig ist, noch Mitglied in einem Verein zu bleiben? Und hier schließt sich die Aussage von Kevin Rohwedder an, dass die Jugend von den Vorständen nicht ernst genug genommen wird und es kein gegenseitiger Austausch stattfindet – im Gegenteil, der erhobene Zeigefinger ist allgegenwärtig. Aber auch hier wird deutlich, dass die sozialen Netzwerke viel dazu beitragen, dass die Kommunikation auf einer medialen Ebene stattfindet, der persönliche Bereich wird weniger.

Schlussendlich lässt sich sagen, dass wir im Zuge der kommenden Digitalisierung 5.0 arg aufpassen müssen, unsere zwischenmenschliche Ebene nicht zu verlieren, geschweige denn, zu vergessen. So appelliert auch Sandro Dabelstein, der mit seiner „Gebärdensprachrevolution“ Tür und Tor für unsere nächste Generation aufstoßen möchte, unser soziales und empathisches Miteinander nicht aus den Augen zu verlieren und gemeinsam dafür zu kämpfen, dass unsere gebärdensprachliche Zukunft erhalten bleibt.

Unter dem gewaltigen Applaus des Publikums werden wir bereits auf das nächste Thema der „Feuer frei – Reihe“ neugierig gemacht; so heißt es am 11.Oktober 2019 im Rautenstrauch – Joest Museum

                        „Dolmetscher – Herz oder Geschäft?“

 

Herzlich Willkommen!!

Ganzer Film aus V: Feuer frei vom 12.04.19

Liebe Mitglieder, Gäste, Freunde aus Nah und Fern,

nur noch weniger als 2 Wochen geht’s wieder los mit der bekannteste Veranstaltung “Feuer frei” mit dem Thema:
“Die nächste Signer Generation – noch gesellschaftsfähig?”

Es geht vor allem für die Jugendliche, sind sie auf die nächste Zeit mit dem Begriff: Gesellschaft 5.0 bewusst? Wie wollen sie in 10 Jahren die vereins- und verbandspolitische Arbeit führen, wenn die Vereine und Verbände aussterben. Die neueste Zahlen zeigen erschreckend.

Unser Team Feuer frei appelliert an alle Jugendliche, komm bitte nach Köln und verfolge diese Diskussion. Wo gibt es solche Gelegenheit, diese Diskussion unter der Gebärdensprachgemeinschaft zu verfolgen?

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