Wisst Ihr, dass…

  • …in Deutschland ca. knapp ½ Mio. Menschen leben, die die deutsche Gebärdensprache kommunizieren?
  • … der Begriff „taubstumm“ nicht zeitgemäß ist? Sprachgeschichtlich kommt „taubstumm“ von „doof und dumm“ und sollte daher nur noch in historischer Verwendung gebraucht werden. Der politisch korrekt Begriff lautet noch „gehörlos“. Zur Zeit wird diesen Begriff „gehörlos“ thematisiert, ob dieser Begriff korrekt ist.
  • …die Gebärdensprachgemeinschaft eine eigene Kultur und Sprache hat?
  • …Gehörlose/Hörbehinderte durch ein gezieltes Training sprechen lernen können? Ihre Aussprache bleibt wegen der fehlenden akustischen Eigenkontrolle für Außenstehende jedoch in der Regel schwer verständlich.
  • …nur etwa 20% des Gesprochenen unter optimalen Bedingungen von den Lippen abzusehen sind? 80% müssen erraten werden.
  • …auch die operative Einpflanzung einer Innenohrprothese (Cochlear-Implantat, kurz CI) aus Gehörlosen/Hörbehinderten keine hörenden Menschen macht? Selbst bei guter Hör- und Sprachentwicklung bleibt auch nach der Operation eine Hörbehinderung bestehen.
  • …in der Frühförderung und Schulausbildung von gehörlosen, schwerhörigen und mit Cochlear Implantat (CI) versorgten Kindern die Gebärdensprache noch immer keine Selbstverständlichkeit ist? An den meisten Schulen für Hörbehinderte wird nicht in Gebärdensprache unterrichtet, sondern rein lautsprachlich – auf Kosten inhaltlicher Wissensvermittlung.
  • …für die meisten Gehörlosen/Hörbehinderten der Umgang mit Schriftsprache zeitlebens schwierig bleibt? Viele beherrschen das Deutsche in Wortschatz und Grammatik nur eingeschränkt. Das liegt daran, dass Gehörlosen/Hörbehinderten der Zugang zu Schrift über die Lautsprache nicht möglich ist. Weil Gehörlose/Hörbehinderte dennoch zumeist nur lautsprachlich gefördert werden, erlernen sie die Schriftsprache oft nur lückenhaft.
  • …mit der Gebärdensprache ein vollwertiges Kommunikationsmittel zur Verfügung steht, mit dem alles ausgedrückt werden kann? Gebärdensprachen sind komplexe Sprachen mit eigener Grammatik und umfangreichem Gebärdenwortschatz, die überall dort entstanden sind, wo es Gebärdensprachgemeinschaften gab. Sie sind weltweit verschieden und es gibt auch Dialekte.
  • …die Gebärdensprache die lautsprachliche Entwicklung und die Schrift- und Lesekompetenz von gehörlosen, schwerhörigen und mit Cochlear Implantat (CI) versorgten Kindern verbessert?
  • …Gehörlose/Hörbehinderte eine eigene Gebärdensprachgemeinschaft und Gehörlosenkultur (mit speziellen Veranstaltungen, Theater, Poesie, bildender Kunst, Sport u. a. wie z. B. Deaflympics, Welt- und Europameisterschaften) entwickelt haben, deren Basis die Gebärdensprache und die visuelle Wahrnehmung der Welt ist?
  • … die meisten Gehörlosen/Hörbehinderten sich mit der Gebärdensprachgemeinschaft identifizieren und das Hören als solches gar nicht vermissen. Die meisten gehörlosen/hör-behinderten Erwachsenen betrachten ihre Gehörlosigkeit nicht als „behandlungsbedürftige Behinderung“, sondern als sprachliche Besonderheit.
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