Historie

Von der Kölner Gebärdensprachkultur (KGK) zum Verband für Gebärdensprachkultur in Köln und Umland (VGKU)

 

Der Begriff „Gebärdensprachkultur“ existiert seit Ende 2004 durch einige Interessierte, die bei einer KuGG Tagung in Heidelberg (Juni 2004) zusammen getroffen sind. Sie waren dort sehr begeistert und sehr motiviert, etwas in Köln auf die Beine zu stellen. Nach 3 Wochen trafen sie sich zum 1. Gespräch und danach folgten schließlich regelmäßige Treffen und ein intensiver Austausch.

Durch viele Gespräche kamen sie dann auf die Bezeichnung „Gebärdensprachkultur“. Sinn und Wunsch war, in Köln ein Zeichen zu setzen, einen Verein zu gründen, der für alle offen sein soll, egal ob für Hörende mit/ohne Gebärdensprachkompetenz, Taube/Gehörlose, Schwerhörige, Ertaubte und CI-Träger. Ob klein oder groß – alle sind willkommen.

Daraus folgten mehrere Treffen und Anfang 2005 wurde der Verein mit e. V. durch das Organisationsteam C. Sailer, S. König, A. Trostel, C. Ziegler, G. Meessen, M. König und K. Randler gegründet.

Im Verein sollten insbesondere die Themen Gebärdensprache, Kultur, Theater (Musik) angeboten werden mit dem Ziel, in Köln den Betroffenen die Möglichkeit zu geben, sich gemeinsam zu engagieren und individuelle Angebote zu entwickeln.

Der KGK wurde dann als neues Mitglied im Verband zur Förderung der Gehörlosen Köln und Umgebung e. V. (=Stadtverband) aufgenommen, um gemeinsam in Köln die Ziele zu erreichen.

Der Höhepunkt für KGK war seine Mitwirkung bei der Zusammenarbeit für die Organisation (externes Organisationsteam und der DGB) der Durchführung der Kulturtage in Köln im Jahr 2008. Der KGK stellte sein Team zur Verfügung und unterstützte so die erfolgreiche Veranstaltung.

Danach wurde es um den Verein ein bisschen leiser und schläfrig, einige Mitarbeiter konnten sich aus privaten/beruflichen Gründen bzw. Umzügen in andere Orte nicht mehr für den KGK engagieren, so dass nun ein neuer Mitarbeiterstab neue Reizpunkte setzen sollte, was auch bestens klappte. Mit dem neuen Mitarbeiterstab setzte der KGK den Aufschwung fort und bot mehr Entfaltungsmöglichkeiten, viele neue Themen wurden geschaffen. Auch durch die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention musste der KGK neue Maßstäbe setzen, was in diesem Fall auch ein bisschen mehr zu politischen Arbeiten führte.

Dadurch merkte der KGK, dass eine Zusammenarbeit mit dem Stadtverband Köln in dieser Situation nicht mehr möglich war, da die Interessen und Ziele beider Vereine auseinander lagen. Es gab viele unüberbrückbare Differenzen und der KGK hat festgestellt, dass in Köln ein anderer Weg eingeschlagen werden muss. Der KGK kann auch nicht allein den Weg mit den öffentlichen Institutionen, Ämtern, Politikern etc. als Verhandlungspartner gehen, da der KGK eine „Art Selbsthilfeverein“ und dem Stadtverband unterstellt ist.

Wir wollen der Wandlung und der Entwicklung nicht hinterher laufen bzw. davor die Augen verschließen. Und in Köln gibt es noch viel Nachholbedarf für die Betroffenen und liegt im Vergleich zu anderen Großstädten ganz unten. Viele taube/hörbehinderte Bürger in Köln und Umland haben anscheinend noch nicht wahrgenommen, wie es heute wirklich in der Gesellschaft läuft.

Darüber hat der KGK-Vorstand viel diskutiert, wie man das ändern und besser machen kann und zum Schluss eingesehen, dass eine Änderung des Vereinsnamens erfolgen muss.

Mit dem Motto „Nicht ohne uns – Nicht über uns – Wir sind mittendrin“ und zur Wahrung seiner Interessen, als Anlauf- und Koordinierungsstelle der Tauben- und Hörbehinderten-arbeit und für den festen Zusammenhalt der Tauben-/ Hörbehindertengemeinschaften wurde der Verein (KGK) am 28. Mai 2011 zu einem Dachverband – Verband für Gebärden-sprachkultur Köln und Umland e. V. umbenannt. Der Dachverband setzt sich für die Belange der tauben bzw. hörbehinderten Bürger in Köln und Umland ein. Im Sinne der Behindertenrechtskonvention soll zur Verbesserung der Lebensqualität bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beigetragen werden.

Schon nach der Gründung des Verbandes wurde das bekannte Kommunikationsforum (=Kofo) wieder zum Leben erweckt und ist dem Verband unterstellt. Die Mitgliederzahlen steigen unaufhaltsam nach oben und verraten uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind!

Im Mai 2012 wurden einige Vorstandsmitglieder neu benannt und wir werden zukünftig noch stärker präsent sein.

Zum 2015 wurde unser Vorstandsteam durch die Satzungsänderung größer, da wir immer mehr Aufgaben bekommen haben und dazu brauchen wir auch mehr Mitarbeiter/innen. Mit der 4 neuen Beisitzer/innen werden die Aufgaben besser koordinieren. Dazu bekommen wir immer mehr Anfragen aus der NRW Landesregierung, Stadt Köln, Landes- und Kommunalpolitiker zu diversen Themen um die Umsetzung der Inklusion und fordern uns auch auf, die Entwicklung mitzugestalten. Neben dieser Politikarbeit bieten wir auch ein neues Angebot: Freizeit. Diese Aufgabe übernimmt nun Alexander Rossow als Leiter. Eine Großveranstaltung mit dem Motto „Cologne Deaf Show“ im 2016 setzen wir erfolgreich um und uns wurden mit viel Lob überschüttet. Außerdem freuen wir auch die neuen Fördermitglieder der beiden Unternehmen Skarabee und Manos und freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit in die Zukunft. Ein überragendes, historisches Verdienst können wir mit Stolz sehen, dass die Universität zu Köln den Zuschlag zum Aufbau eines Studiengangs der Dolmetscher für die Gebärdensprache von der NRW Landesregierung bekommen hat, auf den wir konsequent gekämpft haben.

 

Von links nach rechts:

M. König, S. Heinecke, J. Eichler, D. Meier, C. Blatz, G. Meessen, A. Rossow und T. Bauer

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