DAS VGKU-WEIHNACHTSFEST FINDET AM 16. DEZEMBER STATT

,

Ein überaus erfolgreiches und spannendes VGKU – Jahr neigt sich dem Ende zu und wir möchten gern mit Euch allen ein frohes, gemütliches und vor allem stimmungsvolles Weihnachtsfest feiern. Hierzu laden wir Euch am Samstag, d. 16.12.2017 sehr herzlich ein und würden uns freuen, wenn möglichst viele von Euch sich auf den Weg machen und mit uns das Essen genießen, erzählen und zusammensitzen.
Bitte meldet Euch schnellstmöglich an, wie Ihr wisst, ist die Anzahl der Plätze begrenzt. Sendet die Anmeldung ( am besten auch direkt mit Überweisung) an anmeldung@vgku.de, aber klickt bitte NICHT den Link in der Homepage zum Antworten an.
Wir freuen uns schon sehr auf Euch alle! Kommt und feiert mit uns! Ein gemütlicher Jahresausklang in geselliger Runde – was gibt es Schöneres?!
Viele Grüße
VGKU-Vorstand
Öffne bitte hier den Link…
Links:

BILDUNGSREISE NACH BRÜSSEL

,

Am Mittwoch, d. 18. Oktober trafen 24 Teilnehmer – einer musste leider wegen Krankheit kurzfristig absagen, aber wir sind sicher, dass seine Frau ihm alles detailgetreu berichtet hat 🙂 – in der Früh am Kölner Hbf ein und traten die Reise nach Brüssel an. Die Ankunft in Brüssel war pünktlich und wir gingen sofort zu unserem Designerhotel.

Nach dem Verteilen der Hotelzimmer ging es in Richtung EU-Parlament, wo wir von einem Mitglied der europäischen Abgeordneten (= MEP), Axel Voss (https://www.axel-voss-europa.de), empfangen wurden.

Eine knappe Stunde erörterte er seine Arbeit im Parlament. Er gab zu, dass er eine solche Gruppe wie wir als Gebärdensprachgemeinschaft zum ersten Mal erlebte und so ließ er sich gerne von uns die Bedeutung der Gebärdensprachgemeinschaft mitsamt Sprache und Kultur vermitteln.

Herr Voss versprach, unsere Anliegen und Probleme ernst zu nehmen und mit seinem Mitarbeiterstab vertieft auszutauschen – so unter anderem mit Helga Stevens (http://www.europarl.europa.eu/meps/de/125105/HELGA_STEVENS_home.html) weiter über die Belange der Gebärdensprachgemeinschaft intensivieren.

Nach dem Treffen mit Axel Voss durften wir einen Blick ins EU Parlament werfen. Insofern konnten wir vieles die über Hintergründe der Abläufe, der Kommunikation, der Sitzordnung etc. des EU Parlaments erfahren.

Der nächste Punkt im Programm führte uns zum Informationszentrum „Parlamentarium“ im Willy-Brandt Gebäude, dort erfuhren wir die Zeitgeschichte des EU. Mithilfe der Multimedia-Guides enthaltendes Videos in Gebärdensprache konnten wir barrierefrei die volle Information über die EU Zeitgeschichte verfolgen.

Anschließend teilte sich die Gruppe auf, einige gingen zum Hotel, man konnte im Park flanieren oder auch einige Sehenswürdigkeiten von Brüssel aufsuchen.

Donnerstag, d. 19. Oktober ging es zuerst zum EUD Büro (http://www.eud.eu) und trafen dort die Mitarbeiter und den Geschäftsführer, Mark Wheatley.

Statt eine Stunde verbrachten wir dort überraschenderweise über 2 Stunden, tauschten viele Themen zu Situationen der Gebärdensprachgemeinschaft (Barrierefrei in Deutschland, Definition unserer Bezeichnung, Verbandspolitische Arbeit zwischen D und EUD, Zukunftsperspektive etc.) aus.

Anschließend führte unser Weg uns in Richtung EU Commission Gebäude, wo dort der Vorsitz, Jean-Claude Juncker, tätig ist. Nach kurzer Mittagspause spazierten wir über den Leopoldpark wieder zum Informationszentrum „Parlamentarium“, wo wir bereits von MEP, Helga Stevens, erwartet wurden. Trotz der turbulenten Arbeitszeit stand Helga Stevens uns für eine Stunde zur Verfügung. Sie berichtete uns kurz, dass sie sich am Vormittag mit Axel Voss getroffen hatte wobei er von unserem gestrigen Besuch berichtete; wir waren beeindruckt, dass Herr Voss unser Anliegen und Probleme ernst genommen hatte und sich bereit erklärte, mit Helga Stevens auszutauschen. Schließlich verfolgten wir ihren Bericht über die momentanen Streitigkeiten zwischen Spanien und Katalonien, und konnten es auch viel besser nachvollziehen, da sie als EU Abgesandte in Barcelona so einiges beobachten konnte. Helga Stevens berichtete auch von ihren Schwierigkeiten darum zu kämpfen, die Finanzierung für die Kosten der Dolmetscher in Gebärdensprache sicherzustellen im Vergleich zu anderen EU Politikern mit ihrer jeweiligen Landessprache. Schlussendlich kann man es auch so formulieren, dass wir als Gebärdensprachler immer noch stiefmütterlich behandelt werden, wenn es um unsere Sprache mitsamt ihren Rechten geht.

Nach dem Treffen mit Helga Stevens nutzte jeder Teilnehmer die Zeit bis zum Abendessen zur freien Verfügung. Einige fuhren sofort zum Atomium, andere bummelten einfach durch Brüssel. Gegen 18:30 Uhr trafen wir uns alle im Restaurant „Le Bistro“ gemeinsam zum Abendessen, dieses wurde vom VGKU komplett übernommen und wir haben an diesem Abend wunderbar gespeist, getrunken, viel unterhalten und viel gelacht, die Stimmung im Restaurant ist kaum zu übersehen.

Am Freitagmorgen , d. 20. Oktober sollten wir am Rathaus von Brüssel mit unserer tauben Stadtführerin zusammentreffen, leider kam sie nicht zum vereinbarten Termin; trotz Mühe des Informationsbüros konnte kein Kontakt hergestellt werden. Nach Diskussionen innerhalb Gruppe beschlossen wir, dass wir in eigenhändiger Regie für die Stadtbesichtigung sorgen. So flanierten wir gemütlich durch die Altstadt, besuchten viele typische belgische Choccolate – Shops, Käsegeschäfte mit ihren Delikatessen, begutachteten die historische Kirche und schließlich auch die berühmte Comicgeschichte von „Tim und Struppi“.

Abschließend nahmen wir ausgiebig unser Mittagessen ein und traten nachmittags die Heimreise an.

Fazit: viele Teilnehmer waren sehr begeistert von der Organisation und des Programmablaufs. Trotz des großen Altersunterschieds erwies sich die Gruppenkonstellation von ca. 30 bis 90 (!) Jahren als hervorragend zusammen. Vielstimmig wurde an den VGKU die Bitte gerichtet, mal wieder eine Bildungsreise zu organisieren.

2. FEUER FREI VOM 6. OKT. 2017 „WANDEL DER GESELLSCHAFT – QUO VADIS FÜR GL-VERBÄNDE UND VEREINE?“

 

Feuer frei am 06.10. 2017

nun war es wieder soweit und unsere zweite Diskussionsrunde in diesem Jahr konnte beginnen. Schon im Vorfeld hatte Jan Eichler, der Moderator uns alle mithilfe von Videos spannend eingestimmt; kein Wunder, dass er vor einem überaus gespannten und erwartungsvollem Publikum begrüßen durfte. Schätzungsweise 50 Personen waren gekommen um mit ihm über den Wandel der Gesellschaft – Quo Vadis – zu diskutieren. Wie sieht die Zukunft der Gehörlosenverbände und -vereine aus, dies war die Hauptfrage des heutigen Abends.

Mit dem Moderator diskutierten auf der Bühne Martin Domke, Ehrenvorsitzender des Landesverbandes der Gehörlosen in Sachsen, Martin Magiera, der Vorsitzende des Landesverbandes der Gehörlosen NRW und Daniel Büter vom Deutschen Gehörlosen Bund, der dort das Amt des Referenten für politische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit innehat. Und natürlich durfte auch wieder ein Gast aus dem Publikum nicht fehlen. Zu aller Überraschung meldete sich Marian Duran, eine Spanierin, die gerade auf Deutschlandbesuch war und gebärdete äußerst temperamentvoll in ISL.

Gleich zu Beginn entführte Jan Eichler das interessierte Publikum zu einer Reise um die Welt; wie sieht es mit den Gehörlosen im Vereinsleben in Südamerika, Sydney, Auckland und Asien aus? Die Antworten waren allesamt äußerst ernüchternd: In Südamerika gab/gibt es keine Vereine, und in Sydney treffen sich Gehörlose Freitagabends im Pub. Auckland weist als einzige Großstadt in Neuseeland Gehörlosenschulen, -vereine und -verbände auf. Der Rest im Land ist gleich Null. Und das, obwohl die Gebärdensprache in Neuseeland als Amtssprache anerkannt ist!

Sogar in China beschränken sich die sozialen Kontakte unter Tauben auf private Treffen, es existiert noch nicht mal ein Clubheim. Einhelliger Tenor unter dem Publikum: wer hätte das gedacht?

Wobei natürlich auch nicht unerwähnt bleiben darf, dass die sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter dort schon genutzt werden.

Verdeutlicht wurde das aktuelle Thema aber auch durch Einblendung alter Bilder aus Gehörlosenvereinen: dort war „die Bude stets voll“. Selbstverständlich muss hierbei auch berücksichtigt werden, dass es damals weder Schreibtelefon, Handy, o.ä. gegeben hat; wie sonst sollte man die neuesten Informationen austauschen, bzw. weitergeben? Jedoch zählte vor allem auch der gute Wille zum Wiedersehen und Gemeinsamkeit. In der heutigen Zeit, wo alle Infos über sämtliche sozialen Netzwerke laufen, ist es ja auch Komfort geworden, einfach zu Hause sitzenzubleiben, anstatt wegzufahren und andere zu treffen.

Martin Domke berichtete, dass vor dem Mauerfall sämtliche Gehörlose bereit waren, Ehrenämter zu übernehmen, es herrschte stets reges Treiben in der Vereinsarbeit. Sogar eine „Zwangsheirat“ mussten sie über sich ergehen lassen, so nannte er es, als Schwerhörige mit in die Vereine eintraten. Die Gehörlosen wollten lieber unter sich sein.

Die nächste Filmeinblendung zeigte eine Umfrage unter gehörlosen Menschen an. wieviele sind der Meinung, ob die Vereine und Verbände keine Zukunft haben? Hier die Antworten:

Ja: 95

Nein: 63

Weiß nicht: 62

Auf die Feststellung des Moderators, wie man diese negative Entwicklung stoppen und den Entwicklungstrend der heutigen Zeit anpassen könnte, schlug Martin Dome unter anderem vor, das Gehörlosengeld als Vereinsbeitrag zu nehmen; Martin Magiera ist der Meinung, niemals aufgeben, um Mitglieder zu werben. Dazu wurde auch Ludwig Herb vom EUD im Interview eingeblendet; er betonte, wie wichtig die ehrenamtliche Tätigkeiten seien und ohne geht es nicht. Er möchte durch seine Arbeit in der EUD ( European Union of the Deaf) Erfahrungen holen und dann in Deutschland umsetzen.

Aus den USA kamen Marsha Wetzel und Pinky Gehrcke zu Wort, das dort sehr viel über soziale Netzwerke kommuniziert und persönlich weniger gesehen wird; Pinky sagte, hier in Deutschland wäre das noch anders und so auch viel schöner. Marian Duran berichtete unterdessen, dass es in Spanien ähnlich zuginge wie hierzulande bei uns. Auch dort schrumpfen die Mitgliederzahlen und es ist schwer, sich dann auf politischer Ebene durchzusetzen.

Martin Magiera appellierte an das Verantwortungsbewusstsein: Wer kämpft dann noch für uns Taube in NRW, wenn die Mitglieder und Ehrenamtler immer weniger werden? Wie kann der Landesverband die Flut an Arbeit und Unterstützung aller noch bewältigen?

Daniel Büter vom DGB konnte mit der Thematik nicht so richtig umgehen und bot an, wer Ideen zur Veränderung habe, solle sie doch bitte dem DGB übermitteln. Derjenige würde dann auch angehört.

Ein weiteres Interview wurde angezeigt, dort sprach Ilja Khenkine gewiss im Sinne von vielen jungen Tauben, als er sagte, Mitglied in einem Verein zu sein ist nicht mehr zeitgemäß, an zuviel Erwartungshaltung und Druck gebunden und wenig kooperativ. Ihm ist es lieber, ein gemeinsames Projekt anzusteuern, es erfolgreich durchzuführen und dann unverbindlich wieder jeder seiner Wege zu gehen. Unter vereinzeltem Beifall aus dem Publikum erwiderte Jan Eichler, wenn wir uns der Jugend anpassen, mit der Zeit gehen, profitieren doch beide Seiten auch vom Erfolg!

Der DGB vertritt seit 1979 die Ansicht, dass 80.000 Gehörlose in Deutschland leben. Merkwürdigerweise ändert sich diese Zahl nicht. Tatsächlich gibt es zuverlässige Statistiken, die besagen, dass es mittlerweile 500.000 „Gebärdensprachler“ gibt. Diese Tatsache mutet schon seltsam an.

Daniel Büter berichtet unterdessen, dass der DGB sehr wohl seine Strukturen bereits geändert habe und sie auch auf dem besten Wege sind, sich zu verändern, indem man mit der EUD zusammenarbeitet und auch Kommunikation stets gewährleisten kann zwischen dem DGB und einzelnen Landesverbänden. Jan Eichler wirft jedoch ein, dass der Deutsche Gehörlosenbund als unser aller Dachverband weder eine längerfristige Planung, noch die notwendigen Ressourcen vorweisen kann, um auch in Zukunft als solcher weiter bestehen zu können.

Als finalen Abschluss durften die Zuschauer ihre Fragen an die Diskussionsteilnehmer stellen. Hierbei kam jedoch fast einhellig die Meinung heraus, dass der DGB noch gewaltig an sich arbeiten müsse, wenn er weiter unser aller Vertreter zu bleiben. Die jugendlichen Zuschauer bemängelten die fehlende Präsenz in sozialen Netzwerken sowie eine transparente Öffentlichkeitsarbeit.

An dieser Stelle bedanken wir uns nochmals für einen interessanten, manchmal auch impulsiven und überaus unterhaltsamen Diskussionsabend und laden jetzt schon ein zur nächsten Feuer frei Runde am 20. April 2018 mit dem vielversprechenden Thema

 „Was ist die richtige Bezeichnung für uns? Gebärdensprachgemeinschaft oder Gehörlos/Schwerhörig/Hörbehindert/Hörgeschädigt? Wie und worüber definieren wir uns?

Hier nun zum Video:

2. FEUER FREI PRÄSENTIERT NUN 3. PODIUMSTEILNEHMER

,

Liebe Mitglieder, Freunde und Gäste,

nur noch 5 Tage… dann ist es soweit. Das Team Feuer frei möchte euch hier die letzte Details präsentieren.
Das Team Feuer frei hat in der letzten Tagen mächtig ins Zeug gelegt, viele Hintergrundinformationen und
viele Menschen ausgetauscht.
Es ist bestimmt interessant, was auch auf der Welt im Bezug auf Verbände und Vereine laufen?

Alles wird am 6. Oktober präsentieren. Bist du auch dabei?

Herzlich Willkommen!!!

Viel Spaß am 6. Oktober 2017 um 18:55 Uhr in Köln-Deutz.

2. FEUER FREI PRÄSENTIERT DEN 2. PODIUMSTEILNEHMER für 6.10.2017

,

Liebe Mitglieder, Gäste und Freunde,

 

nur noch 11 Tage bis zu vielversprechender Podiumsdiskussion mit dem Thema: Wandel der Gesellschaft –
Quo vadis für GL-Verbände und Vereine?…

Nachdem wir bereits den 1. Podiumsteilnehmer M. Magiera, dem 1. Vors. des LV NRW bekannt gegeben haben, möchten wir hiermit nun den 2. Podiumsteilnehmer vorstellen. Wir haben uns sehr gefreut, dass er zu dieser Veranstaltung zugesagt hat und kommen wird.
Lassen wir uns euch hier nicht weiter zappeln…

Viel Spaß und bis zum nächsten Mal….

2. ANKÜNDIGUNG FEUER FREI

,

Liebe Mitglieder, Freunde und Gäste,

 

das Team Feuer frei präsentiert jetzt die 2. Ankündigung zum Thema: „Wandel der Gesellschaft – Quo vadis für GL-Verbände/GL-Vereine?“ mit Film für den 6. Oktober 2017 in Köln.
Der Moderator J. Eichler stellt euch nun den 1. Podiumsteilnehmer vor.
Lässt euch nee entgehen, komm bitte auch mit und lässt euch gemeinsam zu diesem Thema.

Wir sehen uns bald in Köln wieder.

2. FEUER FREI – FILMANKÜNDIGUNG FÜR DEN 6. OKTOBER 2017

,

Bis zum 6. Oktober 2017 ist nicht mehr weit, daher möchte das Team „Feuer frei“ euch hier die erste Ankündigung mitteilen:

Wir werden euch in der unregelmäßigen Abstände informieren, worum es geht und wer teilnehmen wird.
Schon jetzt präsentieren wir euch hier den 1. Film:

Euer Feuer frei Team

Feuer Frei vom 19.05.2017

FEUER FREI…

heißt ein neues, weiteres Projekt von uns und wurde am 19.05.17 erfolgreich aus der Taufe gehoben. Ab 18:30h erschien ein erwartungsvolles Publikum aus ca. 70 Personen im Bürgerhaus Deutz und wurde nicht enttäuscht.

Das Thema hieß „stirbt die Gebärdensprache aus?“ und dazu hatte Jan Eichler, der auch als Moderator fungierte, Wolfgang Schmidt, Reiner Griebel und Diana Aleksic als Diskussionsteilnehmer eingeladen, sowie einen spontanen Gast aus dem Publikum.

Um 18:55h begann der Abend mit einer kurzen Filmeinspielung, die sogleich auf breite Zustimmung im Publikum stieß. Darin erklärte Andreas Costrau von Gebärdenservice aus Berlin, dass die Gebärdensprache gleichwertig einer Fremdsprache wäre; gleichwertig und ebenbürtig.

Es erfolgte die Begrüßung des Moderators mit einer kurzen Erklärung über FEUER FREI und dessen Bedeutung; es wird also im Stile von „hart aber fair“ diskutiert und dabei auch kein Blatt vor den Mund genommen. Der darauffolgende Kurzfilm nahm uns mit auf eine Reise durch die Zeit, beginnend mit der Steinzeit, wo Gestik und Mimik quasi als Kommunikationsmittel fungierten, in Ägypten wurde am Hofe des Pharao gebärdet, und endete in der Zukunft mit der Frage „wird die Gebärdensprache mechanisiert?“

Laut einer Umfrage unter Gehörlosen, Schwerhörigen, Spätertaubten und CI-Trägern gaben 51% an, dass sie glauben, die Gebärdensprache stirbt aus. Und schon entbrannte die erste Diskussion unter den Gästen. Diana Aleksic war der Meinung, dass dem nicht so sei, schließlich sei die Gebärdensprache wie jede andere Sprache auch und bleibt somit bestehen. David, der spontane Gast aus dem Publikum, sagte zwar auch, dass die Gebärdensprache bleibt, aber es wäre an der Entwicklung der jüngsten Jahre deutlich erkennbar, dass „weniger Hände zu sehen“ seien. Er führte auch an, dass die Lehrer in den GL-Schulen diesbezüglich ihrer Vorbildrolle nicht gerecht werden.

Selbst in einigen europäischen Ländern, gerade im skandinavischen Raum, wo man immer dachte, dort sind die Verfechter der Gebärdensprache, schließen infolge der Inklusion immer mehr GL-Schulen, zumal auch immer mehr Kinder dort CI-versorgt werden.

Für Wolfgang Schmidt zählt aber mehr die soziale Kompetenz, und wie soll ebendiese gefördert werden, wenn hörende und gehörlose Kinder miteinander lernen? Sprachbarrieren sind vorprogrammiert. Diana Aleksic äußerte sich dazu, indem sie anregt, Gebärdensprache als Pflichtfach an Schulen anzubieten, desweiteren gehörlose Kinder ermutigen, GL-Sportvereine beizutreten, damit sie dort „untereinander ihre Sprache sprechen“ können.

Einen wichtigen Aspekt erläutert Reiner Griebel: durch die UNO – Richtlinie der Menschenrechtskonvention reagieren die Politiker, da diese Konvention festgeschrieben ist. Inklusion ist somit wahrlich ein guter Gedanke, aber die sozialen Kontakte bleiben absolut auf der Strecke. Für die Arbeitswelt ist es akzeptabel, mit Inklusion anzusetzen. Aber nicht im schulischen Bereich.

Warum wird die Gebärdensprache in Schulen nicht so selbstverständlich angesehen wie beispielsweise Englisch oder Französisch? Warum gibt es erst immer einen sogenannten Modellversuch? Und dieser Versuch wird versucht und versucht.. Das Ergebnis? Wie sieht das aus? Reiner Griebel regt an, dass in der schulischen Inklusion anstelle des Dolmetschers eine zweite Lehrperson mit Gebärdensprachkenntnissen eingesetzt werden soll. Die Kinder sollen den Inhalt genauso von einem Lehrer vermittelt bekommen wie die „normalhörenden“ Schüler. „Förderalismus“, entgegnet daraufhin Wolfgang Schmidt. Jedes Bundesland entscheidet selber. Und so auch die Förderzentren.

Jan Eichler präsentiert einen Film des Deutschen Gehörlosen Sportverbandes. Darin erzählen die Athleten während der Deaflympics über ihre sportlichen Erfolge. Auffällig ist jedoch, dass die Athleten in die Kamera sprechen und das Gesagte von einem eingeblendeten Dolmetscher übersetzt wird. da fragt man sich natürlich, wofür der DGSV steht? Wo ist hier die Vorbildfunktion? Wofür steht der DGSV?

Diana Aleksic wertet dies als typisches Verhalten von Gehörlosen gegenüber hörenden Reportern. Wären es gehörlose Reporter, antworten die Sportler automatisch in Gebärdensprache. Hier sind auch wieder die Vereine und Verbände gefragt. Wolfgang Schmidt erläutert dazu, dass es schon typisch ist, sich stets an die hörende Welt anpassen zu müssen. Dies darf nicht geschehen! David ist der Meinung, dass ein solches Verhalten eine pure Fehlinformation an die hörende Welt darstellt.

Damit wir Gehörlose uns nicht unter Wert verkaufen, sollten wir endlich stolz auf unsere Hände sein, fordert Reiner Griebel. Wir müssen weg von dem Gedanken, uns immer an die hörende Welt anzupassen. Unsre Gebärdensprache ist gleichwertig mit der Lautsprache! Das müssen wir verinnerlichen.

Wir müssen weg aus der Stigmatisierung der Behinderung, die Gebärdensprache ist keinesfalls ein Hilfsmittel, wie man oft durch Forschungsarbeiten hörender „Experten“ erlesen kann. Das ist völlig verkehrt! Wolfgang Schmidt ist hierbei der Meinung, Gehörlose müssen ihr eigenes Leben präsentieren und dazu gehört auch die Gebärdensprache. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Klarstellung in der Öffentlichkeit, dass Gebärdensprache nichts mit Gehörlosigkeit zu tun hat und somit nicht als Hilfsmittel fungiert.

Im Schlusswort wird deutlich, dass wir Gehörlose uns öffentlich besser verkaufen müssen, wir brauchen mehr Mut und Erfolgserlebnisse, wie das „Cafe ohne Worte“. Wichtig ist, unsere Türen immer offen zu halten, auf die Hörenden zuzugehen und unsere Sprache als selbstverständlich zu erachten und vor allem uns selbst so akzeptieren, wie wir sind. Dazu ein toller Einwand von David: egal ob hörend oder gehörlos – Mensch ist Mensch!

Unter großem Beifall wird diese äußerst spannende Diskussionsrunde beendet und im Anschluss daran ließ es sich das Publikum nicht nehmen, ehrliche und manchmal auch unbequeme Fragen an die Gäste zu stellen. Aus den Antworten wurde deutlich, dass Gebärdensprache unbedingt als Schulpflichtfach eingesetzt werden soll und es wünschenswert wäre, wenn sich mehr gehörlose in die politische Arbeit einbringen würden. So bekäme unsere Gebärdensprache automatisch mehr Aufmerksamkeit.

Der Moderator entlässt uns mit der Schlussfolgerung, dass die Gebärdensprache nicht ausstirbt, aber es passieren könnte, wenn wir ihr nicht genug Beachtung schenken und sie widerstandslos, heimlich still und leise verschwinden lassen.

Mit der herzlichen Einladung zur nächsten Diskussionsrunde am 06.10.17 unter dem Thema

„Quo vadis – Gehörlosenverbände und -vereine, wohin führt die Entwicklung?“ werden alle verabschiedet.

Fazit: FEUER FREI – wir sind mittendrin!

Kulturfrühstück vom 07.05.2017

Premiere KULTURFRÜHSTÜCK – ein gelungener Auftakt mit einem wunderbar faszinierenden Vortrag „Mein Abenteuer in Kambodscha“

Das frühe Aufstehen am ersten Maisonntag und die weite Anreise nach Köln-Rondorf, einem Dorf mit ländlichem Charakter und fernab vom Großstadt-Trubel hielten ein Dutzend Frühstücks- und Kulturfans nicht davon ab, am – vom Vorstandsteam sowie lieben freiwilligen Helfern mit Herzblut –  erstmalig zubereiteten Frühstücksbüfett und dem daran anschließenden interessanten Kulturvortrag über das fast unbekannte Land Kambodscha teilzunehmen.

Nach dem ersten Frühstück und der Stärkung mit frisch gebrühtem Kaffee verfolgten die Gäste mit wachen Augen dem spannenden Vortrag unter anderen mit vielen Reisebildern des Abenteurers Kilian Spillner. Kilian entführte die Gäste in die exotische Welt des ostasiatischen Landes Kambodscha, wo er 12 Monate reiste, arbeitete und lebte.

Kambodscha war bis vor einigen Jahrzehnten durch den berüchtigten Roten Khmer für Auslandstouristen ein riskantes Reiseland. Daher ist es ein Reiz für die Abenteurer wie Kilian Spillner, in dieses von der Welt lange Zeit abgeschottetes Land einzutauchen. Seine Ursprünglichkeit hat das Land aufgrund fehlendem internationalen Tourismus bewahrt.

Kilians Augenmerk galt vielmehr der Taubengemeinschaft, von der er nicht nur viele Eindrücke gewonnen hat. Hier erlebte er die unschätzbare Gastfreundschaft und die Offenheit. Mit einigen kambodschanischen Tauben hat er tiefe Freundschaft geschlossen. Am Ende des Vortrags gab es einen kleinen Crashkurs in der kambodschanischen Gebärdensprache für die Gäste.

Auch vom Angebot einer zweiwöchigen Rundreise durch Kambodscha, von Kilian höchstpersönlich begleitet, waren die Gäste überaus angetan. Vor der Heimreise stärkten sie sich noch einmal am leckeren Frühstücksbüfett und tauschten untereinander das Interesse an der möglichen Teilnahme an der besonderen, spannenden Ostasien-Reise aus.

Fazit: Unser neues Konzept, das KULTURFRÜHSTÜCK anstelle des lange bewährten Kommunikationsforums, anzubieten, ist durch positive Feedbacks der Gäste auf Anhieb gelungen. Auch der Abenteurer Kilian Spillner war von der herzlich-kölschen Veranstaltung überaus angetan. Ohnehin gilt ein großer Dank nicht nur dem Vorstandsteam, sondern auch den freiwilligen Helfern wie Bastienne, Stefan und Christoph, die mit liebevollem Einsatz zu einer rundum gelungenen Veranstaltung beigetragen haben.

Appetit auf mehr Leckerschmeckerfotos? Dann nichts wie hin zur Galerie!

Copyright © 2013 - Designed and Developed by Ilja Khenkine