III. FEUER FREI – WAS IST DIE RICHTIGE FÜR UNS? GEBÄRDENSPRACHLER, SIGNER ODER TAUB, GEHÖRLOSE, HÖRBEHINDERTE ETC.

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Trotz der warmen sommerlichen Temperaturen ließen es sich ca. 100 interessierte Zuschauer, bzw. -hörende nicht nehmen, an einem  – erneut spannenden – Feuer frei Event teilzunehmen; und wurden abermals nicht enttäuscht. Schon das Thema „Was ist das Richtige für uns – Signer, Hörbehinderte, Gehörlose…?“ sorgte im Vorfeld für aufregende und anregende Diskussionen, und alle 4 geladenen Gäste fesselten das staunende Publikum so sehr, dass sie ganz oft spontanen Zwischenapplaus bekamen. Jan Eichler, der glänzend aufgelegte Moderator, wusste seine Fragen so zu stellen, dass die Podiumsteilnehmer mit klugen Einwänden, scharfsinnigen Analysen und


interessanten und neuen Sichtweisen überzeugen konnten.

Zu Beginn präsentierte der Moderator den inzwischen bekannten Hashtag #taub und glücklich, der sich auch über die sozialen Medien sehr schnell verbreitete und richtete in diesem Zusammenhang seine erste Frage an die Diskussionsteilnehmer, wie sieht die Gesellschaft uns? Ohren als Statussymbol sind nicht wichtig. Wir werden immer als „Behinderte“ dargestellt; verdeutlicht auch im zweiten Filmeinspiel, wonach die hörende Umwelt nach Gebärdenkultur gefragt wird. Meistens die gleiche Antwort: „die lesen von den Lippen, benutzen Zeichensprache“, sogar „wir haben andere Sorgen“ lautete eine andere Antwort! Auffällig aber immer die gleiche Mimik der Befragten. Sie schauten so mitleidig und betroffen in die Kamera. Jan Eichler appellierte auch hier eindringlich, dass wir uns in der Gesellschaft besser (und positiver) verkaufen müssen.

Patricia Resl wirft ein, dass unsere Gebärdensprache die Kultur ausmacht. Durch Gebärdensprache entsteht das individuelle Ich, mein typisches Verhalten. Woraufhin Thomas Wartenberg erwidert, dass die jahrzehntelange Bewegung der Gehörlosen die Kultur überhaupt hat entstehen lassen.

Prof. Patty Shores-Hermann berichtet über ihre Heimat Schweiz, dort heißt es Gebärdensprachgemeinschaft. Dies gilt immer wieder als Denkanstoss an die hörende Gesellschaft. Frei nach dem Motto „Ihr versteht mich nicht? Nicht mein Problem!“

Andreas Costrau berichtet, dass es innerhalb der Gehörlosenkultur keine Statusunterschiede erkennbar seien. Es sind ja schließlich beide taub. Wenn sich ein Professor mit einer Putzfrau unterhält, so gibt es keine gegenseitigen Naserümpfen; in der hörenden Welt lässt dagegen der Professor seinen Status der Putzfrau deutlich erkennbar zeigen und behandelt sie herablassend.
Auf die Feststellung des Moderators, dass gehörlos ein wahrhaft abschreckender Begriff für ohrlos darstellt und dass man doch lieber Gebärdensprachgemeinschaft nennen sollte, erwidert Patty, dass jeder Mensch einen Namen hat und der Begriff Gehörlosenkultur schon älter ist und wir in einer Art Trotzreaktion dagegen ankämpfen müssen. Der Stempel „taub“ kommt schließlich von Außen und ist in seiner Definition mittlerweile uralt.

Erschreckend ist, dass die WHO (World Health Organisation) 2017 eine Resolution verfasst hat, woraus deutlich wird, dass jeder Nichthörende sowas wie einen Makel (=Behinderung) hat und dass man diesen Makel automatisch und unverzüglich zu beheben (reparieren) hat! Wenn schon solch eine höhere Macht wie die WHO dies verfasst, welche Chance haben wir dann als kleines Fußvolk, dagegen anzugehen? Laut Patricia Resl aber sind die Kommunikationsbarrieren auf beiden Seiten vorhanden, nicht nur auf der Seite der Tauben. Ergo muss man nicht alle Defizite auf uns schieben! Hier wirft Thomas Wartenberg ein, dass wir alle zusammenhalten müssen; gemeinsam gegen solche Behauptungen und Stigmatisierungen angehen!

Prof. Shores-Hermann berichtet über die Unterschiede ICD und ICF. Übersetzt lautet ICF in etwa so: Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit.
Die Begrifflichkeiten der ICF haben bereits Eingang in das SGB V  „Gesetzliche Krankenversicherung“ und das SGB IX „Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen“ gefunden. Auch die „Rehabilitations-Richtlinie“ des Gemeinsamen Bundesausschusses ist bereits auf der Grundlage der ICF konzipiert worden. Dadurch wird uns auch die Aktivität an der gesellschaftlichen Teilhabe ermöglicht, was für uns Gebärdensprachler immens wichtig ist. Dagegen steht die ICD mit folgender Definition „Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“. Man erkennt also bereits, was diese Aussagen für uns als Gebärdensprachgemeinschaft für Auswirkungen haben. Hier ist Patty der Meinung, dass die Bezeichnung Taub dringend abgeschafft werden muss, da dies ein Rückschritt und somit Bestätigung für ICD forciert.

Hier folgt eine kurze, aber interessante Eigenwerbung von Patricia Resl, die ein Buch „Wasserhände“ geschrieben hat und nun erläutert, warum sie unsere Gebärdensprache mit dem Naturphänomen Wasser assoziiert. Nämlich dass Wasser ein Grundnahrungsmittel ist, ohne das wir keinesfalls leben können und somit auch ohne Gebärdensprache nicht leben können. Patricia erklärt, dass sie ständig gefragt wird „Gebärdensprache, was ist das?“ und dann nach dem Erklären „ah ja, verstehe!“ Aber doch nicht verstanden. Dieses Buch verdeutlicht, was die Gebärdensprache für uns bedeutet, wie sie uns ausmacht in unserer Persönlichkeit und unserer Lebenswelt.

Ein überraschender Aspekt wird uns noch von Jan geliefert: die typische Definition von dumb = taub, dumm. Hier müssen wir bei dem Hashtag aufpassen #taub, aber glücklich. Dann heißt es nämlich „dumm aber glücklich!“ Prof. Shores-Hermann erläutert, dass die wahre Übersetzung von deaf = intelligent lautet! Überraschendes Raunen im Publikum!

Andreas Costrau – dessen köstlich schlagfertiger Humor uns einen vergnüglichen Abend beschert hat – wirft einen entscheidenden Satz ein: „wir haben es aber geschafft, aus diesem Schaden eine eigene Kultur zu entwickeln!“ Tosender Beifall!

Schließlich werden die Podiumsteilnehmer gefragt, welche Definition sie für sich in Anspruch nehmen würden. Thomas Wartenberg und Prof. Shores-Hermann plädieren für Signer.  Für Patricia Resl ist diese Bezeichnung eher verbunden mit Zeichensprache; Sign = Zeichen. Sie tut sich also schwer damit. Und Andreas Costrau votiert ganz klar zu taub. Das Ende dieser Diskussion ist also offen – aber noch nicht ausdiskutiert!

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle auch unseren beiden Dolmetscherinnen in Lautsprache von der Firma Skarabee, Bastienne Blatz und Magdalena Meißen, die es in jeder Minute verstanden, den hörenden Zuschauern diese fantastische Veranstaltung nahezubringen!

Somit endete auch dieser wahrhaftig unterhaltsame Abend in einem nicht enden wollenden Applaus und das Publikum wird von Jan schon auf das nächste Feuer frei Event am 5. Oktober 2018 eingestimmt; mit folgendem Thema

Inklusion!?

Signer – auf Augenhöhe mit Anderen?

Hier zum Film:

RALF KRAUTHAUSEN – FACE TO FACE: SHAHAK SHAPIRA, SATIRIKER

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In der Sendung „KRAUTHAUSEN – face to face“ lade ich als Moderator Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und Medienleute mit und ohne Behinderung zum Talk ein. In “face to face”-Gesprächen tausche ich mich mit einem jeweiligen Gast über künstlerisches Schaffen, persönliche Interessen und Lebenseinstellungen aus. Und natürlich geht es auch ab und zu um das Thema Inklusion.
Als vierzehnten Gast hatte ich den Satiriker Shahak Shapira zu Besuch:
Dieser Film wird mit der Einbildung des Dolmetschers in Gebärdensprache gezeigt.


https://raul.de/allgemein/krauthausen-face-to-face-shahak-shapira-satiriker/

Viel Spaß!

 

 

LVR – BARRIEREFREIE VERANSTALTUNGEN FÜR MENSCHEN MIT HÖRBEHINDERUNG

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In der Bitte des LVR leiten wir hier die Veranstaltungsinformation an Euch weiter:

Liebe Abonnentinnen und Abonnenten,
heute möchte ich ankündigen, dass das LVR-Industriemuseum Oberhausen zwei barrierefreie Veranstaltungen anbietet:
–          am Sonntag, 06.05.2018 – Altenbergfest – Inklusionsfest mit Führung in Deutscher Gebärdensprache
Herzlich Willkommen im LVR-Industriemuseum Oberhausen.

Mehr Informationen finden Sie im Anhang.
Auch die aktuellste Liste der Veranstaltungen liegt vor.

2018.05.06 – Presse_IMUS_Oberhausen_Museumsfest

Terminvorschau:
2018_Terminvorschau_2018

Für Fragen/Info wendet Ihr bitte an:
Marion Nistor

Büroanschrift:
Landschaftsverband Rheinland
Abtei Brauweiler
Ehrenfriedstr. 19
50259 Pulheim (Brauweiler)

Telefon aufgrund Taubheit nicht möglich!
e-Fax: (02 21) 82 84-32 18
e-Mail: marion.nistor@lvr.de
Büro: MHO/ Zi. 4.182
Postanschrift:
Landschaftsverband Rheinland
50663 Köln
Homepage: www.lvr.de

III. FEUER FREI PRÄSENTIERT DEN 4. PODIUMSTEILNEHMER FÜR 20.04.2018

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Liebe Mitglieder, Gäste und Freunde,

nur noch 5 Tage bis zu vielversprechender Podiumsdiskussion mit dem Thema: Was ist die Richtige für uns? – Gebärdensprachler (Signer) oder Gehörlos, Taub, Hörbehinderte, Hörgeschädigte etc.

Es wurde in der sozialen Netzwerke viel diskutiert, wie z. B. Pro und Contra über die Bedeutung unserem Begriff. Es wurde einige kontroverse Kommentare abgegeben, dass man da vorwirft, das Thema immer wieder zu diskutieren/streiten anstatt auf anderen Dingen zu fokussieren. Aber viele haben vielleicht immer noch nicht begriffen, warum wir dieses Thema angestoßen haben, wird in dieser Veranstaltung deutlich zur Sprache kommen. Wer von euch hat schon mal in einer Sendung „Sehen statt Hören“ mit dem Titel „Was (be)hindert uns?!- Ismaninger Inklusionsgespräche vom 23.09.2017 gesehen, was unsere Podiumsgäste Prof. Patty Shores-Hermann-Hermann, Ed. M.  angesprochen hat!

Nachdem wir bereits der 1. bis 3. Podiumsteilnehmer; Prof. Patty Shores-Hermann, Ed. M., Andreas Costrau und Thomas Wartenberg bekannt gegeben haben, möchten wir hiermit nun die weitere Infos und den 4. Podiumsteilnehmer aus Wien (Österreich) vorstellen. Wir freuen uns sehr, dass sie zu dieser Veranstaltung zugesagt hat und kommen wird.

Auf seine Vorstellung sind wir sehr gespannt:

III. FEUER FREI PRÄSENTIERT DEN 3. PODIUMSTEILNEHMER FÜR 20.04.2018

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Liebe Mitglieder, Gäste und Freunde,

nur noch 13 Tage bis zu vielversprechender Podiumsdiskussion mit dem Thema: Was ist die Richtige für uns? – Gebärdensprachler (Signer) oder Gehörlos, Taub, Hörbehinderte, Hörgeschädigte etc.

Wie ihr sicher darüber in der sozialen Netzwerke informieren habt, ist mit dem Thema #taubundglücklich sehr aktuell.
Das passt wunderbar zu dieser Veranstaltung, mehr könnt ihr im Film sehen…

Nachdem wir bereits der 1. + 2. Podiumsteilnehmer; Prof. Patty Shores-Hermann, Ed. M. und der Andreas Costrau bekannt gegeben haben, möchten wir hiermit nun die weitere Infos und den 3. Podiumsteilnehmer vorstellen. Wir freuen uns sehr, dass er zu dieser Veranstaltung zugesagt hat und kommen wird.

Auf seine Vorstellung sind wir sehr gespannt:

III. FEUER FREI PRÄSENTIERT DEN 2. PODIUMSTEILNEHMER FÜR 20.04.2018

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Liebe Mitglieder, Gäste und Freunde,

bald ist es soweit, bis zu vielversprechender Podiumsdiskussion mit dem Thema: Was ist die Richtige für uns? – Gebärdensprachler (Signer) oder Gehörlos, Taub, Hörbehinderte, Hörgeschädigte etc.

Nachdem wir bereits der 1. Podiumsteilnehmer; Prof. Patty Shores-Hermann, Ed. M., bekannt gegeben haben, möchten wir hiermit nun die weitere Infos und den 2. Podiumsteilnehmer vorstellen. Wir freuen uns sehr, dass er zu dieser Veranstaltung zugesagt hat und kommen wird.

Auf seine Vorstellung sind wir sehr gespannt:

STUDIENGANG B.A. DOLMETSCHEN FÜR DEUTSCHE GEBÄRDENSPRACHE

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In der Bitte von der Uni zu Köln leiten wir euch gerne weiter:

seit dem Wintersemester 17/18 besteht nun auch an unserem Lehrstuhl der Universität zu Köln die Möglichkeit, den Bachelorabschluss B.A. „Dolmetschen für Deutsche Gebärdensprache“ zu erwerben. Innerhalb von 7 Semestern wird neben den DGS-Niveaus A1 bis C1 (nach dem GERS) Wissen u.a. in den Bereichen Deaf Studies, DGS-Linguistik, Theorie des Dolmetschens und diversen Bezugswissenschaften erworben.
Im Oktober 2017 hat der erste Jahrgang mit seinem Studium begonnen, im Oktober 2018 bieten wir wieder 20 neue Studienplätze.

Für weitere Fragen, Kontakt etc. bitten wir euch direkt mit der Uni zu Köln zu verbinden:
Dr. Alejandro Oviedo
Telefon (Büro): +49 221 470 6032
E-Mail: alejandro.oviedo@uni-koeln.de

III. FEUER FREI PRÄSENTIERT DEN 1. PODIUMSTEILNEHMER für 20.04.2018

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Liebe Mitglieder, Gäste und Freunde,

nur noch knapp über 1 Monat bis zu vielversprechender Podiumsdiskussion mit dem Thema: Was ist die Richtige für uns? – Gebärdensprachler (Signer) oder Gehörlos, Taub, Hörbehinderte, Hörgeschädigte etc.

Nachdem wir eine Vorankündigung bereits bekannt gegeben haben, möchten wir hiermit nun die weitere Infos und den 1. Podiumsteilnehmer vorstellen. Wir haben uns sehr gefreut, dass sie zu dieser Veranstaltung zugesagt hat und kommen wird.
Lassen wir uns euch hier nicht weiter zappeln…

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